Der Juni ist der klassische „Rosenmonat“- überall strahlen Rosen in leuchtenden Farben und verströmen ihren beliebten Duft. Damit Ihre Rosen diese Blütezeit optimal nutzen und auch im Spätsommer nochmals blühen, gibt es im Rosenbeet einiges zu tun.

- Rosen gießen – aber richtig
Rosen benötigen im Juni gleichmässig feuchten Boden. Das ist vor allem in trockenen Gegenden schwerer zu erreichen. Rosen sind durstig und haben tiefe Wurzeln, die man erreichen sollte.
Ein Giessrand und aufgelockerter Boden hilft , dass das Wasser zur Rose sickert und nicht wegläuft.
Ideal ist es , morgen’s zu giessen und niemals auf das Blattwerk, da Wassertropfen Pilzinfektionen wie Mehltau oder Sternrußtau fördern.
Der Rasensprenger am Abend , eventuell noch bei Sonne ist nicht gut verträglich. Die Blätter müssen vor der Nacht abtrocknen und Brandflecken könnten auch entstehen.

- Verblühte Blüten schneiden (Deadheading)
Ein Geheimnis für eine lange und manchmal monatelange Blüte ist neben der Wahl der richtigen Sorte das ‚Deadheading‘ oder ‚Abgestorbenes/Totes ‚ entfernen.
Schneiden Sie den welken Blütentrieb schräg über dem nächsten gesunden Blatt ab.
Das gibt Kraft für neue Knospen und kein Energieverlust für Fruchtbildung. Sollten Sie jedoch Hagebutten erzeugen wollen, bleibt die Blüte dran. Bilden sich Hagebuttenfrüchte, kann man sie wunderbar weiter verwenden oder für die Vögel im Winter stehen lassen. Bilden sich keine Hagebutten, schneidet man das welke Teil später ab.
Mit dem Deadheading hat man im August bis Oktober je nach Sorte eine weitere Blütezeit.
Meine wunderbare, sehr robuste goldgelbe Sorte ‚Hansestadt Rostock‘ blüht so von Mitte Juni bis Ende Juli und dann von September bis zum Frost.

- Wilde Triebe entfernen
Im Juni sprießen oft Wildtriebe aus der Erde. Man erkennt sie an hellerem Grün, kleineren Blättern und meist 6-7 Blättchen je Stiel. Hier treibt die meist sehr kräftige und wüchsige Rosengrumdlagepflanze, auf die veredelt wurde, eigene Triebe. Diese müssen beseitigt werden. Reissen oder schneiden sie sie so tief wie möglich am Ansatz ab. Schnittgut bitte von den Rosen entfernen und entsorgen.
Wenn es keine pilzigen oder Rosenrostblätter sind , kann Alles auf den Kompost mit. Das Andere in die Abfalltonne oder Biotonne.

- Düngen nach der ersten Blüte
Nach der ersten großen Blühzeit Ende Juni ist der ideale Zeitpunkt für die eine zweite Düngergabe** des Jahres. Die erste war bei Austrieb März/April.
Am besten organischen Rosendünger locker in den Boden einarbeiten mit einer kleinen Hacke . Kaffeesatz und kleingeschnittene Bananenschalen wirken auch Wunder. Die Blätter werden schön stark. Verdünnte Brennesselbrühe ebenfalls. Mulchen mit Rasenschnitt beispielsweise hilft ebenfalls zum Halten der Feuchte .
Keinen Rindenmulch verwenden: Dadurch wird dem Erdreich Stickstoff entzogen und der Boden übersäuert.
Rosendünger gibt es oft bei Discountern günstig oder etwas kostenintensiver in Bau-und Gartenmärkten. Wie immer steigt mit der Düngerqualität der Preis. Hier kann jeder selbst entscheiden, was man seinen Königinnen gönnt. Ende Juli sollte das Düngen beendet sein.

- Kletterrosen anbinden
Für Kletterrosen an der Hauswand oder am Rosenbogen ist der Juni die richtige Zeit, junge Triebe in die richtige Richtung zu lenken.
Triebe waagerecht oder fächerförmig anbinden . Das gibt mehr Blüten im Folgejahr, als nach oben gebundende Triebe.

- Blattläuse natürlich bekämpfen
Kaum ist es trocken und warm, sind die kleinen Blattläuse nicht weit.
Oft reicht ein scharfer Wasserstrahl, um Plagegeister wegzuspülen. Oder ein Meisenkasten in der Nähe. Oder strohgefüllte Rosenkugeln /Tontöpfe auf Stielen, um Ohrenkneifer und Marienkäfer anzulocken. Sie sind natürliche Fressfeinde. Lavendel lockt Florfliegen an. Sie mögen auch die Blattläuse.
Ein gutes Hausmittel seit Hildegard von Bingen: Besprühen Sie Ihre Schätzchen mit abgekühltem Schwarztee oder verdünntem Brennnessel-Sud.
Viele Grüsse und viel Erfolg wünsche ich Ihnen mit meinen Erfahrungen.
