Am Freitag war nach 17 Bruttagen das Nest plötzlich verlassen und die 4 blieben zurück. Wir gingen davon aus, dass es zu heiß war mit der Nachmittagssonne, die auf die Hauswand schien oder das Vogelpaar sich doch gestört fühlte. Also beobachteten wir noch einen Tag das Nest, um zu erkennen , dass es kein Zurück mehr gab. Die Eier sahen auch schon Grün Braun aus. Nach einem weiteren Tag heute entfernte ich das Vogelnest, da verlassene Amselnester nicht mehr bezogen werden und im nächsten Jahr nur den Platz für einen Neubau blockieren. Die Neugier siegte dann und mein Sohn und ich mussten erforschen, was passiert war. So öffneten wir vorsichtig das erste Ei, in der Erwartung ein abgestorbenes Küken oder ein verfaultes Ei zu sehen.

Nichts dergleichen war zu entdecken. Im Gegenteil…alle 4 Eier bestanden noch aus Eigelb und Eiklar, waren also unbefruchtet geblieben und trotzdem mit Eifer ja hauptsächlich von der Amselmutter 17 Tage bebrütet worden. Woran merkten Sie also, dass kein Leben in den Eiern war und es sinnlos war , weiterzumachen? Aus der Vogelforschung weiß man, dass die Küken im Ei schon Töne von sich geben, die den Eltern einerseits ihre Existenz anzeigen, andererseits zu einer Synchronisation für einen relativen gemeinsamen Schlupf der Küken untereinander führen. 4 Eier sind ja an 4 Tagen gelegt worden und trotzdem schlüpfen die Gelege an einem Tag, normalerweise. Und so kann man erkennen, dass das Ausbleiben der existenziellen Töne auch ein Abschlusssignal sein könnte, nicht unendlich weiter zu brüten. Natürlich kann ich nicht sagen, ob die Vögel nicht auch eine eingebaute Uhr haben, die Ihnen anzeigt, wann die Brutzeit vorbei sein müsste.
Insgesamt waren wir erst traurig über das verlassene Gelege, jetzt erleichtert, da es doch nicht um gestorbene Küken ging. Ich denke, dass jetzt im August die Zeit auch vorbei ist, und unser Amselpaar in diesem Jahr nicht noch eine Brut versucht. 4 Nester von Ihnen habe ich gefunden und alle waren erfolglos. Sie haben diese Saison kein Junges großgezogen, wie im Übrigen auch viele Storchenpaare, deren Jungvögel in den verregneten Nestern vor dem großen Hochwasser 2013 unterkühlt und vernässt von den Eltern aus dem Nest geworfen wurden oder schon verstorben aus dem Nest geräumt waren. Kein gutes Vogeljahr für Amseln und Störche, über die ich aus eigenen Beobachtungen berichten konnte. Hoffen wir auf die neue Brutsaison 2014 und gönnen Ihnen noch Erholung vor dem kalten Winter.

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